Raus in die Natur - mit Rückenwind vom Förderverein Haus Hall

Jens Bayer und Angéla Mauritz arbeiten in einer Gruppe des Zweiten Lebensraums in der Werkstatt Coesfeld. Die beiden hatten ein gute Idee: Sie stellten beim Förderverein Haus Hall einen Antrag für ein Elektro-Tandem.

Bei der Betreuung im Zweiten Lebensraum liegt mehr Augenmerk auf Förderung, Pflege, individueller Begleitung und angepasster Tagesstruktur als in Produktionsgruppen der Werkstatt.

„Wir betreuen 16 Leute und je nach Tagesformen kann es hier schonmal eng werden“, erzählt Jens Bayer, „darum machen wir viele Ausflüge und Spaziergänge.“

Generalüberholtes Gebrauchtrad

Da kommt das gebrauchte E-Tandem gerade recht. Ein autorisierter Händler in Gronau hatte es komplett gewartet. Es kostete 6.500 Euro, etwas mehr als die Hälfte des Neupreises. 6.000 Euro gab der Förderverein, den Rest und zukünftige Wartungskosten übernimmt die Zweigwerkstatt Marienburg.

Gut für Rollifahrer, gut als Ablenkung

Ulla Nowak und Bernhard Wegmann vom Förderverein lassen sich das Gefährt zeigen. Bei ersten Spazierfahrten hat es sich bereits bewährt. „Für sieben Leute aus unserer Gruppe ist es sehr gut geeignet“, berichtet Jens Bayer, „vorn ist ein Rollstuhlteil, in das wir unsere Rollifahrer gut hineinbekommen.“ Das könne man auch vom Fahrrad abnehmen und die Person dann schieben.

„Viele unserer Leute mögen Sonne, Wind, eben die Reize, die sie beim Radeln erleben. Das lenkt auch wunderbar ab, wenn jemand autoaggressiv ist“, erläutert Angéla Mauritz. 

Für viele Menschen nutzbar

Auch die beiden Besucher vom Förderverein sind nach der Besichtigung zufrieden: „Das Rad passt sehr gut zu den Anforderungen dieser Gruppe“, freut sich Bernhard Wegmann. Und auch andere Werkstattgruppen können es nach Absprache nutzen.

Foto: Die Gruppenleiter Angéla Mauritz und Jens Bayer sowie Ulla Nowak und Bernhard Wegmann vom Förderverein Haus Hall (hinten v.l.) begutachten mit den Betreuten Marion Kämpfer, Saskia Rienäcker und Joshua Mattigit (Vorn v.l.) das neue E-Tandem.