„Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich, darum bin ich gern hier“, sagt Sebastian Bone, „wir machen alles. Rasen mähen, Sträucher schneiden, Beete bepflanzen.“ Der 44-Jährige arbeitet im Zweierteam mit seinem Chef René Niestegge.
Früh morgens fahren die beiden zusammen raus. Bei Privat- und Geschäftskunden übernehmen sie neben der Pflege auch die Neugestaltung von Gärten und Anlagen.
Viel gelernt in Sachen Eigenverantwortung
Sein zweimonatiges Praktikum Ende 2021 lief so erfolgversprechend, dass die Beschäftigung als Außenarbeitsplatz der Werkstätten Haus Hall fortgesetzt wurde. Seitdem hat Sebastian Bone, der eine psychische Beeinträchtigung hat, große Schritte in Richtung Eigenverantwortung getan.
Über die Erwachsenenbildung der Werkstätten Haus Hall hat er einen Führerschein für kleine Gartenfahrzeuge und einen Motorkettensägenschein gemacht.
„Bei der Arbeit war es für mich wichtig, auf Routinen zu setzen“, erklärt er. Checklisten hätten ihm sehr geholfen: Was muss immer im Bulli sein? Was muss für Rasenpflege dabei sein? Und für zu Hause: Was muss ich mitnehmen zur Arbeit?
Immer draußen und körperlich hart zu arbeiten, erfordert gesunde Ernährung. „Seit ich hier bin, habe ich 20 Kilogramm abgenommen“, berichtet er stolz.
Professionelle Begleitung stärkte das Verständnis ...
„Die Arbeit mit Sebastian war zuerst eine riesige Umstellung“, erzählt René Niestegge, „erstmal ging es darum, Vertrauen aufzubauen und sein Verhalten einordnen zu lernen.“
Die regelmäßigen Gespräche mit Claudia Saalmann vom Netzwerk BIA und ihre gute Erreichbarkeit seien für ihn sehr wichtig gewesen, „sonst hätte ich vielleicht schnell aufgegeben. Es gab und gibt gute und schlechte Tage. Aber immer war spürbar: Er will unbedingt hier arbeiten. Auch ich habe viel gelernt und bin viel gelassener geworden. Wenn es hakt, reden wir miteinander. Ich versuche, Ruhe und Struktur zu bieten.“
... und die Motivation, es gemeinsam zu meistern
Claudia Saalmann freut sich mit den beiden über Sebastian Bones gelungenen Übergang auf den ersten Arbeitsmarkt. „Beide Seiten haben eine starke Motivation, Konflikte gemeinsam zu lösen. Sie sind als Team gut zusammengewachsen“, findet sie. Die weitere Begleitung des Beschäftigungsverhältnisses übernimmt nun eine Mitarbeiterin des Integrationsfachdienstes (IFD).
Foto: René Niestegge von N+G Gartenbau in Gescher, Sebastian Bone und Claudia Saalmann vom Netzwerk BIA
